Shootings auf TFP-Basis und Pay-Shootings – Unterschiede, Rechte & Kosten
Was bedeutet TFP-Shooting heute?
Früher haben Models bei einem Fotoshooting oft keine eigenen Fotos erhalten, alle Bildrechte lagen ausschließlich beim Fotografen. Daraus entwickelte sich das TFP-Prinzip („Time for Prints“ bzw. heute eher „Time for Pictures“): Beide Seiten investieren Zeit und erhalten im Gegenzug Bilder zur eigenen, nicht kommerziellen Nutzung.
Beim TFP-Shooting setzt der Fotograf ein eigenes Projekt um und wählt ein dafür geeignetes Model aus. Das Thema, der Bildstil und die Umsetzung liegen überwiegend beim Fotografen; manchmal wird eine Idee des Models aufgegriffen, wenn sie zum Projekt passt.
Bezahltes Shooting (Pay) für Models und Kunden
Neben TFP gibt es klassische Pay-Shootings, bei denen entweder das Model oder der Kunde den Fotografen bezahlt.
-
Variante 1: Der Fotograf bezahlt das Model, wenn er für ein Projekt ein bestimmtes Gesicht oder eine besondere Ausstrahlung benötigt.
-
Variante 2: Das Model oder ein Privat-/Businesskunde bezahlt den Fotografen, um konkrete Bildwünsche professionell umsetzen zu lassen.
Thema, Inhalt und Stil sind in diesen Fällen klar durch den Kunden bzw. das Model vorgegeben, der Fotograf setzt die Wünsche professionell um.
TFP vs. Pay – kompakter Überblick
In der folgenden Übersicht siehst du, wie sich TFP-Shootings und die beiden Pay-Varianten in Praxis, Rechten und Kosten unterscheiden.
| TFP | Das Model wird vom Fotografen bezahlt | Der Fotograf wird vom Model / dem Kunden bezahlt |
|
| Intention/Zweck | Projekt des Fotografen oder ein gemeinsames Projekt soll mit geeignetem Model umgesetzt werden. Der Fotograf sucht sich das passende Model aus und bestimmt das Thema – bzw. man setzt eine gemeinsame Idee um | Der Kunde des Fotografen oder dieser selbst bucht für ein bestimmtes Thema ein Model. | Das Model hat bestimmte Bildwünsche, die gegen Bezahlung vom Fotografen umzusetzen sind. |
| Thema / Inhalt des Shootings | Wird vom Fotografen bestimmt oder die Idee des Models wird aufgegriffen. | Wird allein vom Kunden bestimmt. Das Model ist „Objekt“, Model im klassischen Sinn. | Hier bestimmt allein der Kunde/das Model. Alle Kundenwünsche werden (soweit möglich) umgesetzt. |
| Aufwand des Fotografen | Zeit, ggf. spezielle Requisiten, Farben, Material | Zeit, ggf. spezielle Requisiten, Farben, Material | Zeit, ggf. spezielle Requisiten, Farben, Material |
| Aufwand des Models/des Kunden | Zeit, ggf. Materialkosten oder Beteiligung daran. | Zeit | Zeit |
| Honorar | Honorar wird gegenseitig aufgehoben (keiner bezahlt etwas) | Das Model wird bezahlt. | Der Fotograf wird bezahlt. |
| Nutzungsrechte an den Fotos | Nicht kommerzielle Nutzungsrechte für beide Parteien. Rechte zur Veröffentlichung nur zu Eigenwerbezwecken (Darstellung der Arbeit als Fotograf/Model – kein „Verkauf“ der Fotos). | Ausschließlich der Fotograf bzw. der Kunde des Fotografen – auch kommerzielle Nutzung. | In der Regel ausschließlich beim Model/dem Kunden. Ggf. werden beschränkte Nutzungsrechte dem Fotografen eingeräumt (gegen Reduktion des Honorars). |
| Veröffentlichung | Fotograf und Model dürfen zu Eigenwerbezwecken die Bilder immer veröffentlichen. | Durch den Kunden oder Fotografen nach Belieben (und den getroffenen Vereinbarungen). | Bestimmt allein das Model/ der Kunde. Eine Veröffentlichung ist in der Regel bei Privatkunden ausgeschlossen. Ausnahmen: Model erwirbt mit dem Honorar kommerzielle Veröffentlichungsrechte (Business-Fotoshooting, Content-Produktion für gewerbliche Zwecke). |
| Fotos | Das Model erhält einige vom Fotografen ausgewählte und bearbeitete Fotos, wenn sie fertig sind (bei up fotodesígn mindestens 3 Fotos). | Das Model erhält keine Fotos. | Das Model erhält innerhalb der vereinbarten Frist (in der Regel 1 – 2 Wochen) Fotos zur Ansicht /Vorauswahl oder bereits bearbeitete Fotos. Die Anzahl richtet sich nach der Vereinbarung. |
| MakeUp / Visa | Das Model ist für sein Aussehen verantwortlich. Bei besonderen Anforderungen ggf. Zahlung der Visa durch das Model oder den Fotografen, oder die Kosten werden geteilt. | Entsprechend dem Kundenauftrag / den Wünschen des Fotografen. Das Model hat keine Kosten. | Das Model ist für sein Aussehen verantwortlich, aber ggf. wird eine Visa dazugebucht und ist im Preis enthalten oder wird vom Model separat bezahlt. |
Nutzungsrechte und Veröffentlichung – worauf du achten solltest
Bei TFP-Shootings erhalten beide Seiten in der Regel nicht kommerzielle Nutzungsrechte. Das bedeutet: Sowohl Fotograf als auch Model dürfen die Bilder z.B. für Social Media, Sedcards oder die eigene Website verwenden – nicht aber für Werbung Dritter, bezahlte Kampagnen oder Produktverkauf.
-
Der Fotograf behält die Hauptrechte an den Bildern und darf sie mit schriftlicher Vereinbarung zu Eigenwerbezwecken veröffentlichen.
-
Das Model kann die Fotos in dem Umfang nutzen, der im TFP-Vertrag vereinbart ist, meist nicht kommerziell.
Bei bezahlten Shootings liegt das Nutzungsrecht häufig vollständig beim Kunden oder Model, besonders wenn es um Privatkunden geht. Eine Veröffentlichung durch den Fotografen ist dann meist ausgeschlossen, es sei denn, es werden ausdrücklich bestimmte Veröffentlichungsrechte vereinbart (z.B. Business-Fotoshooting inklusive Nutzung auf der Fotografen-Website).
Häufige Fragen zu TFP und Pay-Shootings (FAQ)
Frage: Für wen eignet sich ein TFP-Shooting?
Ein TFP-Shooting eignet sich besonders für Models und Fotografen, die ihr Portfolio ausbauen oder neue Ideen ausprobieren möchten, ohne dass Geld fließt. Beide Seiten investieren Zeit und erhalten ausgewählte, bearbeitete Bilder zur eigenen Nutzung.
Frage: Bekomme ich bei einem Pay-Shooting alle Fotos?
Beim Pay-Shooting triffst du mit dem Fotografen eine klare Vereinbarung, wie viele bearbeitete Bilder inklusive sind. Meist erhältst du eine Auswahl-/Vorauswahl und anschließend professionell bearbeitete Dateien in der vereinbarten Anzahl.
Frage: Wer trägt die Kosten für Make-up und Styling?
Beim TFP-Shooting ist das Model grundsätzlich für sein Aussehen verantwortlich; eine Visa kann je nach Projekt vom Model, vom Fotografen oder gemeinsam bezahlt werden. Beim Kunden- oder Pay-Shooting richten sich Styling und Make-up nach dem Auftrag, zusätzliche Kosten werden im Vorfeld transparent vereinbart.
Konkrete Informationen zu meinen Preisen findest du unter Kosten & Preise von Fotoshootings in Würzburg.